Normales Thema Netzteil Euracom extern (Gelesen: 3 475 mal)
bildhauer
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Netzteil Euracom extern
27.08.2007 um 23:46:22
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Als meine 1996er Euracom im Mai 2007 den Dienst verweigerte, fand ich bei Reinhard Weiß die notwendigen Hinweise - es war C6. Jetzt aber schon wieder - es war nicht C6, und in meinen Vorräten und in dem Schaltbildauszug und überhaupt kam ich auch nicht weiter... da habe ich die erste Idee vom Mai umgesetzt: bau Dir Dein eigenes Netzteil, das verstehst Du wenigstens!
Erstmal aber habe ich dieses Forum durchgesehen und gefunden, daß diese Idee schon zwei- oder dreimal in den vergangenen Jahren auftauchte, aber noch nicht realisiert wurde. Also frisch ans Werk - was liegt in der Bastelkiste?
Eine gelochte Europakarte, ein Schalengehäuse dazu. Für den 9V-Zweig: Trafo 2x6,5V/ 650mA, zwei Dioden 2A und Elkos 2200µF; für die 41V ein Trafo 26V/100mA, ein Brückengleichrichter 1A und Elkos zusammen 660µF bei 63V. Mit Flachbandkabel im 2,5er Raster, das ich auf der Euracom-Platine an den fetten Flächen bei V5 und V3 angelötet habe, und passenden Flachsteckern auf der Lochrasterplatte habe ich das Netzteil lösbar angeschlossen. Die flinke 2A-Sicherung (SMD) - defekt -  hatte ich natürlich nicht in meiner Kiste, desahlb habe ich die 41 V gleich auf der Netzteilplatine mit der üblichen 5x20-Glasrohrsicherung abgesichert. - Auf der Euracom-Platine habe ich die Leiterbahn in der Nähe der Gleichrichterbrücke aufgetrennt, so daß der 60V-Trafo an Netz bleibt, V1 und C5 aber abgetrennt sind.

Der 41-V-Zweig erhält aus meinem Netzteil nur knapp 30V - einen besser passenden Trafo hatte ich nicht - aber die Anlage geht erstmal. Ich habe garkeine Vorstellung, was diese Hilfsspannung (?) denn bewirken soll - aber ohne tickt das Relais ganz oben links im 3sec-Takt, und nichts geht. Die Stromaufnahme scheint hier gering; wer weiß es?

Für den 9V-Zweig konnte ich einen Trafo mit so geringer Ausgangsspannung nehmen, weil der Längsregler LM2940, der die stabilen 5V machen soll, eine sehr geringe Verlustspannung von ca 500mV bei 1A hat (laut Datenblatt) (stimmt auch). Alles bleibt schön kühl.

Mit Suchen (Informationen und Teile) und Basteln habe ich etwa 6 Stunden zugebracht. Dafür kenne ich jetzt auch den Inhalt dieses schönen User-Boards und hoffe, daß ich nie mehr Ärger mit C6 usw. haben werde! und kann vor Mitternacht schon wieder telefonieren.

Habe ich genug beschrieben, oder möchte eine(r) mehr wissen?  Augenrollen

Nachsatz: ein ISDN-Telefon für Notfälle werde ich mir vielleicht doch mal anschaffen... oder einfach einen a/b - Adapter...
Nachsatz 2: allen, die im Forum so gute Gedanken mitgeteilt haben, herzlichen Dank!
  
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Elektrolurch
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Re: Netzteil Euracom extern
Antwort #1 - 28.08.2007 um 01:30:27
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Hallo,

schön, dass das bei Dir funktioniert - aber serientauglich ist diese Lösung wohl kaum, insbesondere für den Fall, dass die Anlage mal auf ein oder zwei So-Ports aufgerüstet wird und auch ein paar ISDN-Geräte speisen soll. Dafür brauchst Du dann eine gut stabilisierte 41V-Versorgung, die verlustarm eigentlich nur mit Schaltregler realisierbar ist.
Auch die Versorgung für die analogen Geräte kommt aus dem 41V-Zweig, dürfte aber deutlich unempfindlicher gegen Spannungsschwankungen sein. Aber wenn Du 8 angeschlossene Telefone gleichzeitig abhebst, dürfte Deine Lösung Probleme bereiten.

Hast Du auf guten Isolationsabstand (min. 5 mm frei zwischen den Leiterbahnen!) zwischen 230VAC und der Sekundärseite geachtet und den VDR-Überspannungsschutz auch am Netz gelassen?

Gruß

P.S. Es gibt hier noch einen Fred über eine deutliche Verbesserung der Netzteilschaltung, mit der auch minderwertige Elkos deutlich länger als 3 Monate leben sollten....
  

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bildhauer
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Re: Netzteil Euracom extern
Antwort #2 - 28.08.2007 um 10:21:12
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Hallo Elektrolurch,
faszinierend zu lesen, daß schon um 1:40 ein Fachmann auf meinen Eintrag von kurz vor Mitternacht antwortet!
Danke für die Hinweise für die Belastung der 41V-Schiene. Natürlich habe ich noch die halbe Nacht nachgedacht, was ich da so gebastelt habe (E-technik ist - war - mein Fach, aber nicht diese Sparte) und darüber, was diese Euracom-Gemeinde zusammengebracht hat. Und darüber, was für eine tolle Anlage die Euracom eigentlich sein muß, geschaffen in der Startphase von ISDN, auf Anhieb so erfolgreich, daß noch über 10 Jahre danach dieses Forum so große Resonanz hat. Wie schade, daß ausgerechnet das Netzteil den größten Teil der Beanstandungen ausmacht...
Daß R.Weiß das Schaltbild wenigstens teilweise analysiert hat, ist sehr sehr dankenswert. Der Multilayer macht das nicht gerade leicht... Die Regelschleife über die beiden Optokoppler ist leider nur angedeutet. Ich will annehmen, daß mindestens einer der Koppler ein Signal aus der 41V-Schiene zurückführt; der andere ? Das Relais, das bei Störung so schön taktet, kann ich in meinen Gedanken überhaupt nicht unterbringen...

Nein, der Aufbau aus meiner Bastelkiste (ich bin ein Kriegskind und hebe vieles auf  Zwinkernd ) ist nicht serientauglich. Wenn er aber doch für andere interessant wird, könnte ich eine Stückliste zB mit Teilen   aus dem Reichelt-Katalog aufstellen - dabei eine bessere 41V-Schiene berücksichtigen.
Auf der Europakarte ist genügend Platz, so daß ich natürlich und selbstredend auch die Kriechstrecken hergestellt habe. Das geht ja ganz einfach, indem man mit dem Lötkolben eine Reihe von Lötpunkten runterschiebt (und natürlich die Abstände vorher plant).
Heute früh konnte ich durch Handauflegen feststellen, daß sich kein Teil fühlbar erwärmt. Und meine Telefone gehen auch noch.

So soll es sein Cool .

  
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